Aktuelles um das Schwalben- und Mauerseglerprojekt

Jetzt noch Nisthilfen aufhängen!

Bald ist es wieder soweit, die Schwalben und Mauersegler kehren aus ihren Überwinterungsgebieten zu uns zurück. Nicht immer finden sie ihren Brutplatz aus den letzen Jahren vor. Oftmals werden Nester entfernt oder der Zugang zu den Brutplätzen wird durch Sanierung verschlossen. 

 

Wenn Sie einen geeigneten Platz für Nisthilfen an ihrem Haus haben, dann melden Sie sich bei uns. Wir stellen Nisthilfen zur Verfügung. (solange der Vorrat reicht). 

Pressemeldung vom 10.10.2016

NABU-Artenschutzprojekt für Schwalben und Mauersegler erhielt Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt


Von links: NABU-Geschäftsstellenleiter Wendelin Schmitt, Umweltminister Reinhold Jost, Projektleiterin Teresa Feld
Von links: NABU-Geschäftsstellenleiter Wendelin Schmitt, Umweltminister Reinhold Jost, Projektleiterin Teresa Feld

Das Schwalben- und Mauerseglerprojekt wurde am vergangenen Samstag im Rahmen der NABU-Landesverteterversammlung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Die Auszeichnung wurde vom Minister für Umwelt und Verbraucherschutz Reinhold Jost im Namen der Geschäftsstelle der UN-Dekade übergeben. Diese Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

 Schwalben und Mauersegler sind Teil der biologischen Vielfalt und Indikatoren für einen intakten und artenreichen Siedlungsraum. Außerdem leisten Schwalben und Mauersegler als Insektenjäger einen wesentlichen Beitrag zur Kontrolle von Parasiten- und Schädlingspopulationen. Als Kulturfolger haben sich Schwalben und Mauersegler an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Jedoch gehen die Bestände seit Jahren stark zurück. Um ihnen das Leben wieder annehmlicher zu machen und die biologische Vielfalt in den Siedlungsräumen zu erhalten, hat der NABU-Landesverband Saarland e. V. das Schwalben-Schutzprojekt gestartet. Mit diesem vorbildlichen Projekt wird ein bedeutendes Zeichen für das Engagement für die biologische Vielfalt in Deutschland gesetzt. Ziel ist die saarlandweite Schwalben- und Mauerseglererfassung, vorhandene Bestände zu sichern, neue Nistplätze zu schaffen und die Öffentlichkeit zu informieren und zu schwalben- und mauerseglerfreundlichem Verhalten zu motivieren. Dieser Einsatz hat die Juroren und Jurorinnen des UN-Dekade-Wettbewerbs sehr beeindruckt. Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhielten der NABU-Landesvorsitzende Uli Heintz und Projektinitiatorin Teresa Feld einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung das Schwalben- und Mauerseglerprojekt einen wertvollen Beitrag leistet. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Das ausgezeichnete Projekt hat an dem Wettbewerb der UN-Dekade Biologische Vielfalt teilgenommen, eine namhafte Jury hat über die Qualität der eingereichten Projekte entschieden. Der fortlaufende Wettbewerb wird von der Geschäftsstelle der UN-Dekade Biologische Vielfalt mit Sitz in Hürth ausgerichtet. Die Auszeichnung dient als Qualitätssiegel und macht den Beteiligten bewusst, dass ihr Einsatz für die lebendige Vielfalt Teil einer weltweiten Strategie ist. Möglichst viele Menschen sollen sich von diesen vorbildlichen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden.

Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen, ihre Wechselwirkungen untereinander und zur Umwelt sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Lebensräume. Die natürliche Vielfalt zu schützen, bedeutet nicht nur, die Schönheit der Natur zu bewahren. Es bedeutet auch, die Grundlagen des Überlebens von uns allen zu sichern.

Die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt findet im Rahmen der Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt statt, die von den Vereinten Nationen für den Zeitraum von 2011 bis 2020 ausgerufen wurde. Ziel der internationalen Dekade ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu strebt die deutsche UN-Dekade eine Förderung des gesellschaftlichen Bewusstseins in Deutschland an. Die Auszeichnung nachahmenswerter Projekte soll dazu beitragen und die Menschen zum Mitmachen bewegen.

Interessierte Einzelpersonen, ehrenamtlich Tätige und Institutionen die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Forschungs-, Bildungs- oder Naturschutzmaßnahmen einsetzen, sind eingeladen sich an dem fortlaufenden Wettbewerb zu beteiligen. Die Jury entscheidet etwa halbjährlich über die Auszeichnungen. Seit Juni 2012 werden wöchentlich beispielhafte Projekte zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet und offiziell vorgestellt. Eine entsprechende Bewerbung als UN-Dekade-Projekt kann ausschließlich online bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt unter http://www.undekade-biologischevielfalt.de eingereicht werden.

geschaeftsstelle@undekade-biologischevielfalt.de

Weitere Infos zu dem Wettbewerb zur UN-Dekade unter:

www.undekade-biologischevielfalt.de

www.schwalbenwillkommen-nabu-saar.de

 

 

 

„Mariä Geburt fliegen alle Schwalben furt“ NABU informiert- Nester dürfen nicht entfernt werden

Pressemeldung September 2016

Kaum ein Vogel hat eine so enge Beziehung zum Menschen wie die Schwalbe. „Sie kommt als einer der wenigen Vögel sogar zu den Menschen ins Haus“, sagt Uli Heintz vom Naturschutzbund (NABU). Und aus diesem Grund haben die Flugkünstler auch ihre deutlichen Spuren in der Kulturgeschichte des Menschen hinterlassen.

 

Im Mittelalter, so berichtet der Naturschützer, galt die Schwalbe als Lichtvogel, der rund um Mariä Verkündigung am 25. März auftauchte und quasi den Frühling mitbrachte. Man habe sie auch Muttergottesvogel genannt, weil sie sich meist um Mariä Geburt (8. September) wieder auf den Weg nach Afrika machte. „Mariä Geburt fliegen alle Schwalben furt“, heißt es denn auch in einem alten Sprichwort.

 

Doch die jahrhundertelange Gemeinschaft zwischen Schwalbe und Mensch ist zumindest in einigen Gegenden im Saarland derzeit in Auflösung begriffen. Mehl- und Rauchschwalben werden in der aktuellen Roten Liste als gefährdet eingestuft. Grund dafür ist nicht nur die Zerstörung und Entfernung von Schwalbennestern, weil diesen in einer auf Sauberkeit und Sterilität tendierenden Häuslebauer-Gesellschaft keine Daseinsberechtigung mehr eingeräumt wird, sondern auch der weitere dramatische Strukturwandel und in Folge der Mangel an „schwalbendurchlässigen“ Gebäuden wie Ställe oder Hallen. Moderne Reithallen und Stallungen sind zudem oft so hermetisch abgedichtet, dass eine Schwalbe hier keinerlei Möglichkeit mehr zum Unterschlupf findet.

 

Gerade jetzt wo die Schwalben abziehen werden vielerorts die Nester einfach „abgeschlagen oder abgekärchert“ „Viele Menschen wissen gar nicht, dass dies nach  dem Bundesnaturschutzgesetz streng verboten ist, wer dies trotzdem tut kann mit einer Bußgeld bis zu 50.000 € rechnen “, erklärt Uli Heintz.  Doch nicht auf Drohkulissen und massivere Repressalien setzen die Naturschützer des NABU, sondern auf Aufklärung und Hinweise auf Hilfsmaßnahmen gegen Kotverschmutzung.

 

Wie man Kotbretter anfertigt  oder Nisthilfen für die Tiere anbringt, das alles kann man auf der Homepage des NABU Schwalbenprojektes erfahren. Wer den Schwalben im Saarland ebenfalls Unterschlupf gewährt und Interesse an der Auszeichnung hat, der kann sich auch beim NABU melden.

 


Exkursion am 15. Juli 2016                                                                    Schwalben und Mauersegler- zu Besuch bei den Glücksboten des Sommers

Mauersegler sausen um die Häuser                  Foto:NABU Bilddatenbank
Mauersegler sausen um die Häuser Foto:NABU Bilddatenbank

Wir wollen die Schwalbenkolonie im Ortskern Kleinblittersdorf besuchen und Mauersegler beim Einflug vor der Dämmerung beobachten.

Referent: Christoph Braunberger (NABU Saarland)

Datum: 15.07.2016

Uhrzeit: 19:30 Uhr - 21:30 Uhr

Treffpunkt: Stadtbahnhaltestelle, Kleinblittersdorf

Nahverkehrsanbindung/ÖPNV: Stadtbahn 1 oder Bus R14, Biosphärenbus 501 bis Kleinblittersdorf Bhf. Veranstaltungsort: Ortskern Kleinblittersdorf

Preis: kostenlos

Anmeldung/Infos/Telefonnummer: 0175-8581208

 

Pressemeldung des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz

"Chefsache" Mauersegler-in 14 Metern Höhe montiert Umweltminister Reinhold Jost einen Nistkasten.
"Chefsache" Mauersegler-in 14 Metern Höhe montiert Umweltminister Reinhold Jost einen Nistkasten.

 

 

Mit gutem Beispiel voran – Nistplätze für Mauersegler und Schwalben am Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz installiert

 

Am Dienstgebäude des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) haben Umweltminister Reinhold Jost und der Direktor des Landesamtes, Thiemo Burgard, gemeinsam mit Vertretern des Naturschutzbundes (NABU) im Saarland Nistkästen für Schwalben und Mauersegler angebracht. Das Anbringen von Nistkästen ist ein Bestandteil des Schwalben-Schutzprojektes des NABU im Saarland.

 

„Als Umweltministerium verordnen wir nicht nur den Umwelt- und Artenschutz, sondern werden selbst aktiv“, betont Jost, der bei der Montage selbst Hand anlegte. „Immer größere Siedlungsgebiete oder Sanierungsmaßnahmen an alten Gebäuden vernichten Nester und Brutmöglichkeiten für Mauersegler und Schwalben. Im vergangenen Jahr setzte eine extreme Hitzewelle den Vögeln zusätzlich zu. Daher unterstützen wir das  Schutzprojekt des NABU Landesverbandes, indem wir an dem Dienstgebäude des LUA neue Brutmöglichkeiten schaffen“, so Jost.

 

Der Mangel an geeigneten Brut- und Nistmöglichkeiten wirkt sich seit vielen Jahren negativ auf die Bestände von Schwalben und Mauerseglern aus. Beide Vogelarten stehen mittlerweile unter Naturschutz. Der NABU-Landesverband Saar möchte mit dem Projekt „Schwalben willkommen“ die Population der Vögel im Saarland sichern und unterstützt Maßnahmen, die neue Nist- und Brutmöglichkeiten für beide Vogelarten schafft.

 


Radiobeitrag SR3 "Mariä Geburt-Schwalben fliegen furt"

Download
Mariägeburt1Schwalben2015.mp3
MP3 Audio Datei 3.2 MB

Filmbeitrag im Aktuellen Bericht 07.07. 2015,  ab Minute 23